Blog & Notizen

Über Traum und Wahrheit

Unter dieser Überschrift debattieren wir und lese ich aus meinem Historischen Report II – 1990 am 9. November ab 19 Uhr im Soziokulturellen Zentrum die naTo in der Leipziger Südvorstadt. Mit dabei sind als Moderatorin die Lektorin Sabine Franke, der Verleger Fayçal Hamouda und Uwe Schwabe, Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch ein Trio der Jazzgesellschaft Leipzig SUM II mit Steffen Seifarth, Tenorsaxofon, Eberhard Amende, Kontrabass, und mit mir am Flügel.

Nach der Pause suchen wir das Gespräch mit dem Publikum. Die Veranstaltung an diesem historischen Tag erinnert nicht nur an das Novemberpogrom von 1938 und den Mauerfall, sondern auch an die erste freie Demonstration des Neuen Forums in Leipzig am 9.November 1989 mit geschätzt 30 000 jungen Leuten unter dem damals ungewöhnlichen wie mutigen Motto „In Erinnerung an die Pogromnacht 1938 und gegen rechtsradikale Tendenzen in der DDR“.

Mir liegt außerdem daran zu erinnern, dass die Montagsdemonstration am 6. Noveber in Leipzig – weil bisher von der Geschichtsschreibung und den Medien nicht wahrgenommen  –  drei Tage vor dem Mauerfall mit weit über 500 000 die größte aller Zeiten in Deutschland war – nicht die vom 4. November in Berlin. Hier in Leipzig riefen an jenem Novembertag  – die Grundmauern erschütternd – weit über eine halbe Million Menschen aus allen Teilen der DDR: Die Mauer muss weg. Die Mauer muss weg. Die Mauer muss weg.

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