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Schleusenwärter

Die redaktionellen Medien haben längst die Funktion abgegeben zu unterscheiden, was für die Gesellschaft wichtig und was unwichtig ist. Diese Funktion liegt jetzt – mehr oder weniger unbemerkt –  in den Händen der Technologie-Unternehmen wie Apple, Alphabet, META … und bei deren Algorithmen. Wir müssen uns also überhaupt nicht wundern, welche Themen ausgewählt und in welcher Art und Weise unsere öffentlichen Debatten dominiert werden. Nicht selten wird einem dabei schlecht. Aber wo liegen die Gründe?

Im täglichen Gebrauch von Social Media (aber auch von AMAZON) machen wir diese Tendenz zum Autokratischen und zum Durchschnittlichen wirtschaftlich erfolgreich. Die KI wird, wenn wir nicht schnell lernen, damit umzugehen, die Dominanz amerikanischer Unternehmen noch verstärken und damit auch deren politische Einflussnahme. Noch sind die herkömmlichen Medien (in den USA wie in Europa) intellektuelle Wortführer. Sie können differenzieren, vertiefen und recherchieren. Sie laufen aber auch in Gefahr, in ihrem mörderischen Abwehrkampf – wegen kurzfristiger Erfolge – die demokratische Gesellschaft und ihre liberalen Politiker mit Dauerkritik zu überziehen und zu demontieren. Denn das lässt sich bei den Algorithmen und in der Öffentlichkeit gut verkaufen!

Am Ende, was hoffentlich vermieden wird, werden redaktionelle Medien (auch digitale) nur noch als Stichwortgeber für Algorithmen überleben und als Anhängsel der Technologieunternehmen fungieren. Nicht, weil alles in redaktionellen Medien Veröffentlichte gefällt, lohnt es sich, dort auszuwählen und sie zu kaufen, nein, wir erhalten uns so die Freiheit vor den algorithmischen Schleusenwärtern.

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