diese Regierung mit diesem Kanzler Merz und mit zwei ziemlich verschiedenen Parteien ohne Wenn und Aber zu unterstützen? Wohin soll es führen, wenn diese Regierung auseinanderfällt? Sind wir dann glücklicher? Geht es dann voran? Wer wird uns dann zu Hause und in der Welt vertreten? Mit wem werden wir dann besser regiert?
Das Aufmerksamkeitsradar wies noch kürzlich vehement auf Klimawandel und Katastrophen hin – manchmal – auf die Unterdrückung der Frauen und die Kolonialverbrechen der Deutschen. Jetzt erheischt im schnellen Wechsel Trumps Amerika helle Empörung. Dazu läuft im Windschatten nicht minder aufgeregt die Kritik am Kanzler und dessen Partei, während die Europäische Union und deren Führung scheinbar (oder real) in Unfähigkeit verharren. Ist das alles nicht ziemlich irre? Kreiert die Zeit gerade einen digital gesteuerten Teufelskreis? Ist es nicht an der Zeit – liebe Journalistinnen und Journalisten auf der einen Seite und liberale Demokraten auf der anderen – mal auf die Bremse zu treten und die demokratisch gewählte Regierung arbeiten zu lassen? Eben nicht überall mit der spitzen Pinzette das vermeintlich Schreckhafte herauszuziehen, sondern Fragen und Ungares zu ertragen? Demokratie heißt zu wählen, aber eben auch Gewählte zu akzeptieren.
Jede und jeder muss jetzt für sich selbst den Mut aufbringen, dem Teufelskreis der Dauerablehnung zu durchbrechen. Wir können uns dunklen Pessimismus angesichts der Gefahren schlicht nicht leisten. Ansonsten werden wir uns an Experimente a la Trump im eigenen Land gewöhnen müssen. Gott bewahre. Aber wie wir uns gegenwärtig aufführen, alles von dieser Regierung argwöhnisch zu beobachten oder abzulehnen, lernen wir wohl nicht anders. Man möge nur hinter her nicht sagen, man hätte es nicht wissen können.