ein neuer Podcast im DlF. Diese Art des Journalismus gefällt mir ausgezeichnet. Für mich eine große Freude, die journalistische Haltung und das Herangehen zu erleben. Offen, weit gedacht, dem Land vom Grundsatz her zugewandt, nicht vorschnell einem Meinungskorridor folgend, reichhaltig und informativ. Mit Volker Depkat wurde ein Fach- und Landsmann gefunden, der es versteht, differenziert, kenntnisreich und ruhig zu argumentieren, dabei klare Worte nicht meidet, aber eben nicht alles unter der üblichen Aufregung sarkastisch verpackt.
Bei allem treibt mich allerdings nicht nur um, wie konnte es so weit mit den USA kommen (wir sind auch auf diesem Wege), sondern ich frage mich auch, was an der bisherigen Berichterstattung falsch sein muss, dass wir (ich denke, es sind viele) heute so völlig überrascht sind. Ich finde keinen Ansatz, mir Trump zu erklären. Die Amerikaner können doch nicht alle plötzlich völlig verrückt geworden sein? Wo liegen die Ursachen, dass sie einen solchen Menschen wählen? Ist das die Folge der Dauer-Kritik der Medien am bestehenden demokratischen System? Hat die demokratische Partei sich mit weltfremden Themen verschlissen? Oder ist Trump anders, als ich von ihm tagtäglich über die Medien erfahre? Und: Warum eigentlich hat der Westen nie offen diskutiert (und begriffen?), dass wir Europäer in unserer Sicherheit absolut abhängig von den USA sind und folglich, wenn wir frei leben wollen, mit allem anderen auch?
Amerika verstehen lässt mir den nötigen Raum, selbst nachzudenken. Ich hoffe, die Journalisten bleiben auch künftig den gewählten Grundsätzen treu.